Mainfranken entdecken

Mainfranken

Schweizer würden wohl eher ´mein Franken` sagen,
mit der Betonung des zweiten Wortes  ;-)

Wir, die Franken, betonen die erste Hälfte des Begriffes...
ist doch der Main Namensgeber für diesen Teil Frankens.

Main

Frankenland

Herrlich Land, am Silberband
Deines Stromes hingebreitet,
Von dem Geiste hoher Zeiten
Tief erfüllt und reich begleitet,
Spielst du zart auf goldnen Saiten
Deiner Schönheit Melodie.
Und die Herzen, die ihr lauschen,
sie vergessen deiner nie -
Holder Zauber - Frankenland

Elisabeth Dauthendey, 1854-1943

Moenus Flussgott Moenus

Der Main

Wohl manches Land der lebenden Erde möcht
Ich sehn, und öfters über die Berg enteilt
Das Herz mir, und die Wünsche wandern
Über das Meer, zu den Ufern, die mir

Vor andern, so ich kenne, gepriesen sind;
Doch lieb ist in der Ferne nicht Eines mir,
Wie jenes, wo die Göttersöhne
Schlafen, das trauernde Land der Griechen.

Ach! einmal dort an Suniums Küste möcht
Ich landen, deine Säulen, Olympion!
Erfragen, dort, noch eh der Nordsturm
Hin in den Schutt der Athenertempel

Und ihrer Götterbilder auch dich begräbt;
Denn lang schon einsam stehst du, o Stolz der Welt,
Die nicht mehr ist! - und o ihr schönen
Inseln Ioniens, wo die Lüfte

Vom Meere kühl an warme Gestade wehn,
Wenn unter kräft'ger Sonne die Traube reift,
Ach! wo ein goldner Herbst dem armen
Volk in Gesänge die Seufzer wandelt,

Wenn die Betrübten itzt ihr Limonenwald
Und ihr Granatbaum, purpurner Äpfel voll,
Und süßer Wein und Pauk und Zithar
Zum labyrinthischen Tanze ladet -

Zu euch vielleicht, ihr Inseln! gerät noch einst
Ein heimatloser Sänger; denn wandern muß
Von Fremden er zu Fremden, und die
Erde, die freie, sie muß ja, leider!

Statt Vaterlands ihm dienen, solang er lebt,
Und wenn er stirbt - doch nimmer vergeß ich dich,
So fern ich wandre, schöner Main! und
Deine Gestade, die vielbeglückten.

Gastfreundlich nahmst du, Stolzer! bei dir mich auf
Und heitertest das Auge dem Fremdlinge,
Und still hingleitende Gesänge
Lehrtest du mich und geräuschlos Leben.

O ruhig mit den Sternen, du Glücklicher!
Wallst du von deinem Morgen zum Abend fort,
Dem Bruder zu, dem Rhein, und dann mit
Ihm in den Ozean freudig nieder!

Friedrich Hölderlin, 1784-1843

Meine Gegend

Preist eure Gegend meinethalb!
Ich sehe, wenn ich steige, bald
Den Schwarzwald und die Schwabenalp,
Im Fernduft Frankens Odenwald.
Ich denk` herum auf ihren Höhn
Und fühle deutsch und wohne schön.

Friedrich Rückert, 1788-1866

Altmain und Herbstnebel
Altmain und Herbstnebel

Septembermorgen

Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen...
...Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.

Eduard Mörike, 1804-1875

Mainfranken

Franken - Unterfranken – Mainfranken – eine Abgrenzung

Franken, eine Region der Bundesrepublik Deutschland, die sich über Nordbayern, das nordöstliche Baden-Württemberg bis zum südlichen Thüringen erstreckt. Politisch-administrativ gesehen umfasst Franken die drei bayerischen Regierungsbezirke Unterfranken-Mittelfranken-Oberfranken des Freistaates Bayern. Franken ist kein politisch einheitliches Gebiet, angrenzende Gebiete, wie z.B. den Main-Tauber-Kreis, der in Baden-Württemberg liegt, wird oft als ´Tauberfranken` zum fränkischen Raum hinzugerechnet. Sehr oft gibt die politische Definition nicht den Ausschlag, sondern die Tatsache, dass die Bewohner dieses Raumes sich als ´Franken` bezeichnen, sich ihrer gemeinsamen Geschichte und Kultur bewusst sind und nicht zuletzt einen Dialekt sprechen, der in der Wissenschaft mit ´Ostfränkisch` bezeichnet wird. Anfang des 20. Jahrhundert hat sich der Begriff ´Mainfranken` eingebürgert. Heute versteht man darunter eine Landschaft, die vom Main durchflossen, durch das Maindreieck und Teile des Mainvierecks abgegrenzt wird und in etwa mit Unterfranken im politischen Sinn zusammenfällt.

Unterfranken ist einer der sieben bayerischen Regierungsbezirke, liegt im Nordwesten Bayerns und grenzt im Süden und Westen an die Bundesländer Baden-Württemberg und Hessen, im Norden an den Freistaat Thüringen und im Osten an Ober- und Mittelfranken. Verwaltungssitz ist Würzburg.

Mainfranken - geographisch-geologisch

Geologisch gehört Mainfranken zum Südwestdeutschen Schichtstufenland, das vor allem im Erdmittelalter, dem Mesozoikum mit seinen Formationen der Trias, des sog. Dreigesteins Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper, deren Formenschatz und Sedimente (Ablagerungen) noch heute in der Landschaft gut zu erkennen sind. Hier ein kurzer Überblick über die wichtigsten Gesteinsarten in Mainfranken - das "Terroir", der Boden, der für den Frankenwein eine große Rolle spielt. Sehr fruchtbare Böden findet man in den sogenannten Gäulandschaften, in denen nach der Eiszeit Löss angeweht wurde, der heute in z.T. sehr mächtigen Schichten zu finden ist und Grundlage für Sonderkulturen wie Zuckerrübenanbau bildet. Bei den übrigen Gebieten handelt es sich um Buche-Eiche-Mischwaldgebiete.

Bergbau in Franken:
Im Schacht: Anhydrit-Grube   Fa. Knauf Hüttenheim

Besiedelung und Klima

Die fruchtbaren, warmen Beckenlandschaften waren ausschlaggebend für frühzeitige Besiedlung bereits im Neolithikum, der Neusteinzeit, ab ca. 4000 v. Chr., und daher auch sehr umkämpft. Nach Sieg über Alemannen und Thüringer geriet das Gebiet in den Macht.-und Einflussbereich Karls des Großen. Mit Gründung des Bistums Würzburg 741/742 n. Chr. erhielt Mainfranken ein kulturelles Zentrum. Mit Beginn dem Niedergang des Königtums und durch die Folgen der territorialen Zersplitterung im 13. Jahrhundert konnten die Bischöfe von Würzburg ihre Besitzungen erweitern.

Klimatisch liegt Mainfranken im Übergangsbereich zwischen ozeanisch und kontinental geprägten Räumen. Westwinde bringen Niederschläge, die sich an Odenwald, Spessart und Rhön abregnen. Die Leeseiten der Gebirge zeichnen sich eher durch Trockenheit aus. Bevorzugt erscheinen die großen Tal- und Beckenlandschaften, die jedoch Spätfrostgefahren aufweisen, was sich oft sehr negativ für den Weinbau auswirkt.

Land und Leute  - Mainfranken = Weinfranken

Der Franke an sich - und ...der Wein

Theodor Heuss, unser erster Bundespräsident, Schwabe und Weintrinker, über die Franken und den Wein.
Er soll einmal geäußert haben:

"Sind Schwaben und Niedersachsen Kräfte der Beharrung, so die Franken die Träger einer beweglichen Unruhe, entzündbar und begeisterungsfreudig, unternehmungslustig und in zugreifender Art aktiv. Sie sind Realisten ohne Träumerei, aber sie haben genügend Phantasie, um nicht als schüchtern zu gelten. ...Sie sind die Sanguiniker unter den Deutschen."

In seiner Dissertation über den Wein seiner schwäbischen Heimat schreibt er: "Wein ist der befeuernde Geist aller Feste und der König aller Getränke".

Auch folgende Äußerungen über Wein und Weingenuss werden ihm zugeschrieben:"Wein saufen ist Sünde, Wein trinken ist beten. Lasset uns beten." - "Offiziell bin ich auf einer Treppe ausgerutscht, inoffiziell waren es zwei Viertele Lemberger zu viel."

Anmerkung des webmasters dazu: "Si non è  vero ...è ben trovato (Italienisches Sprichwort) ...und sollte das alles nicht wahr sein, so ist es doch gut erfunden (italien. Sprichwort)

Fränkische Mentalität in fränkischer Mundartdichtung
von Emil Mündlein † aus Sommerhausen.
Lesen Sie selbst … ´zwischen den Zeilen`.

Über die "fränkischen Mädle":

Hochdeutsche Liebesnoth.

O wenn ich doch nur rede könnt`
Gut frankisch, wie mei Mädle,
Daß sie besser mich verständ
Des Nachts am Fensterlädle.

Red' ich noch so schöne Sachen,
Fängt sie halt hell an zu lachen,
Sagt: Sei still, i bitt.
Ich versteh di ja nit.

Und wenn ich nur e Wämsle hätt.
Und so e fränkisch Jäckle,
Daß sie mich herzhaft drücken thät
Beim Tanz ans Busefleckle.

Dünk' ich mich gleich recht geputzt,
Schaut sie quer mich an und stutzt.
Sagt: das is mer e Schnitt;
Geh, du gefällst mer nit.

Und wenn ich nur könnt Waffe führ'n,
Als wie e fränkischer Bauer;
Wenn ich einmal was an will rühr'n,
Sieht sie gleich drein so sauer.

Greif' ich nur nach ihrem Rechen,
Schreit sie: Ruh, du wirst dich stechen,
Kennst mein'n Rechen nit.
Sollst mir nit rechen damit.

O du hochdeutsch Vaterland,
Wie bringst du Sorgen mir leider,
Weil ich hab' hochdeutschen Verstand,
Hochdeutsche Sprach' und Kleider.

Hätt' ich Art wie 'n fränkisch Büble,
Ließ mich's Mädle Nachts ins Stüble,
Schrie nit gleich immer nit! nit!
Sobald ich sag', i bitt! 

Friedrich Rückert, 1788-1866

Fränkische Frauen und Trachten - Jost Amman, 1539-1591

Frauentracht Ochsenfurter Gau

Mein Franken lob ich mir

Mein Franken lob ich mir... Prominente erzählen
Karl Graf zu Castell-Rüdenhausen hat zahlreiche Persönlichkeiten gebeten, ihre Betrachtungen über Franken niederzuschreiben.

Mainfranken in Kunst und Literatur

"Franken ist wie ein Zauberschrank, immer neue Schubfächer tun sich auf und zeigen bunte, glänzende Kleinodien, und das hat kei Ende. Wer Deutschlands geheimste jungfräulichste Reize genießen will, muß nach Franken reisen."
(Karl Immermann in: Fränkische Reise, September 1837)

Franken in allen Jahreszeiten

Die zwölf Monate in Franken (Radierungen der Malerin Renate Jung)

Franken gemalt, diverse Motive in Aquarellen von Gebhard Hepp

Mainfränkische Orte - Aquarelle von Margarete Gilge

Mainfranken-Bilder von Ingrid Ehrhardt-Rosentritt

Mainfranken in Bildern von Evamaria Martinez di Pucci

"Gemaltes Franken" von Angelika Müllner und Kristian Pianka

Bäuerliches Franken - wie es früher mal war
( Gemälde von Manfred Neuner )

Bekannte mainfränkische Orte, Plätze, Ausflugsziele
Aquarelle von Gerhard Weihrauch, auch auf Ansichtskarten,
erhältlich direkt beim Künstler in der Galerie Lindelbach

Das Wirtshaus im Spessart aus: Reisetagebuch von Kurt Tucholsky

… und dann noch a Franka-Liadla:

O Franken, mei traulis,
Mei hemattis (=heimatliches) Land,
Sou liabli, wia du bist,
It kens mir bekannt.

Voul Bluma die Daler (=Täler),
Voul Wengert (=Weinberge) die Höa,
Sou dufti die Walder
In Schpessart und Rhöa!

Wua-n-it nou (=wo ist sonst noch) wia Wörzborg
An annera Schtodt,
Dia Mädli sou brav und
Sou roatbacket hot?

Und Börger, Suldot`n,
Schtudant`n und Pfarrn
Senn lauter fidela,
Gemüatlia Harrn.

Und sah-w-i mi (=seh`ich mich) weiter
In Franken nei üm:
Was prachtia Schtäidli
Und Dörfer kringsrüm (= ringsherum)!

Und Schlösser und Borg`n
An Mee (=Main) und der Saal (=Saale).
Mer kann nit genunk sah
Dar Harrlikät (=Herrlichkeit) all!

„Mit Gott und förn König“,
Sou häßt unner Sang;
Des Liad aller Liader,
Des hot guat`n Klang.

O Franken, du traulis,
Mei hematlis Land,
Liab schwöar i und Treu dir
Mit Harz (=Herz) und mit Hand!

Alois Joseph Ruckert, 1846-1916