Studentenleben in Würzburg
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"Wie ist der Abend goldig heiter!
Brückenbäck, Stachel und Himmelsleiter
reichen uns feurigen Most und heurigen Wein.
Doch der Römer sei niemals zu klein,
und die blonde Schenkin sei auch nicht zu alt,
wie die Boxbeutel rund und doch nicht so kalt,
im Brückenbäck, Stachel und Himmelsleiter.
Wie ist der Abend so goldig heiter!"
(Würzburg im Taumel, Berlin 1911 - Alfred Richard Meyer)
Würzburgs Zauber
Würzburgs Zauber packt uns wieder und macht uns die Herzen weit;
Glockenklang und frohe Lieder klingen wie in alter Zeit.
Durch die altvertrauten Gassen finden wir den Weg zurück,
was wir einstens wie verlassen,strahlt uns auf wie neues Glück.
Von den Bergen, von den Brücken faßt man Würzburgs Schönheit leicht,
und man spürt es mit Entzücken: keine Stadt ist dieser gleich.
Vom Marienberg wir schauen vieler Türme Schattenspiel;
frommer Pilger Gottvertrauen sucht im Käppele sein Ziel.
Kaiser Rotbarts Glück und Liebe gründete in dieser Stadt,
wo Burgunds Prinzessin ihre Hand in die des Staufers gab.
Walther von der Vogelweide ruht im Lusamgärtchen aus,
sang von Deutschlands Ruhm und Leide, und in Würzburg stand sein Haus.
Tilmans Zeit ist auch zerronnen: doch es lebt sein Glück, sein Schmerz
in den lieblichen Madonnen, die noch rühren unser Herz.
Würzburgs Bürgerschaft erbaute sich das Heilig-Geist-Spital;
Tilmans Werke sie vertraute der Marienkapelle an.
Julius Echter hat gegründet Würzburgs Universität,
hat auch das Spital bepfründet, das noch seinen Namen trägt.
Und der Residenz Beschwingtheit nirgends ihresgleichen hat,
zeugt von Macht und Glanz und Schönheit in der sonntäglichen Stadt.
Blauer Himmel, goldne Sonne, über grünem Rebenhang,
sie verheißen Lust und Wonne, kommt das Herbsten erst in Gang.
Was die Reben in sich sogen, von dem warmen Sonnenschein,
kommt ins Herze uns gezogen mit dem edlen Frankenwein.
Unwirsch war der Herr Geheimrat, wenn`s am Steinwein ihm gebrach;
Goethes Lieblingswein zu feiern eifern wir dem Dichter nach.
Auf zur Steinburg! Uns zu Füßen liegt des Maines Silberband,
unser Würzburg wolln wir grüßen, Königin im Frankenland.
(Prof. Dr. Dr. Bernhard Panzram, Freiburg)

Auszüge aus dem Buch:
Würzburger Couleurkarten - Studentenleben auf alten und neuen Postkarten.
Ulrich Becker Verlag
Mit freundlicher Genehmigung des Verfassers, Herrn Ulrich Becker Antiquariat-Becker Würzburg
Vielen Dank!
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