Meine Gegend
Preist eure Gegend meinethalb!
Ich sehe, wenn ich steige, bald
Den Schwarzwald und die Schwabenalp,
Im Fernduft Frankens Odenwald.
Ich denk` herum auf ihren Höhn
Und fühle deutsch und wohne schön. — Friedrich Rückert, 1788-1866
Mainfranken
Schweizer würden wohl eher ´mein Franken` sagen, mit der Betonung
der zweiten Silbe ;-)
Wir, die Franken, betonen gewöhnlich die erste Silbe — ist doch der Main Namensgeber
für diesen Teil Frankens.
Der Main - Friedrich Hölderlin
Der
Altmain zwischen Köhler und Sommerach an einem Septembermorgen
Nebel am Main - oder ...: der `Nebelspalter` ;-)
Franken - Unterfranken - Mainfranken
Franken, eine Region der Bundesrepublik Deutschland, die sich über Nordbayern, das nordöstliche Baden-Württemberg bis zum südlichen Thüringen erstreckt. Politisch-administrativ gesehen umfasst Franken die drei bayerischen Regierungsbezirke Unterfranken-Mittelfranken-Oberfranken des Freistaates Bayern. Franken ist kein politisch einheitliches Gebiet, angrenzende Gebiete, wie z.B. den Main-Tauber-Kreis, der in Baden-Württemberg liegt, wird oft als ´Tauberfranken` zum fränkischen Raum hinzugerechnet. Sehr oft gibt die politische Definition nicht den Ausschlag, sondern die Tatsache, dass die Bewohner dieses Raumes sich als ´Franken` bezeichnen, sich ihrer gemeinsamen Geschichte und Kultur bewusst sind und nicht zuletzt einen Dialekt sprechen, der in der Wissenschaft mit ´Ostfränkisch` bezeichnet wird. Anfang des 20. Jahrhundert hat sich der Begriff ´Mainfranken` eingebürgert. Heute versteht man darunter eine Landschaft, die vom Main durchflossen, durch das Maindreieck und Teile des Mainvierecks abgegrenzt wird und in etwa mit Unterfranken im politischen Sinn zusammenfällt.
Unterfranken ist einer der sieben bayerischen Regierungsbezirke, liegt im Nordwesten Bayerns und grenzt im Süden und Westen an die Bundesländer Baden-Württemberg und Hessen, im Norden an den Freistaat Thüringen und im Osten an Ober- und Mittelfranken. Verwaltungssitz ist Würzburg.
Mainfranken historisch
Internetportal
historisches Unterfranken
Mainfranken im Historischen Lexikon Bayerns
Lage in Nordbayern
Landkreis Würzburg - weitere Landkreise und kommunale Gebietskörperschaften hier
Franken in Europa - Franken international
Mainfranken - geographisch-geologisch
Geologisch gehört Mainfranken zum Südwestdeutschen Schichtstufenland, das vor allem im Erdmittelalter, dem Mesozoikum mit seinen Formationen der Trias, des sog. Dreigesteins Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper, deren Formenschatz und Sedimente (Ablagerungen) noch heute in der Landschaft gut zu erkennen sind. Hier ein kurzer Überblick über die wichtigsten Gesteinsarten in Mainfranken - das "Terroir", der Boden, der für den Frankenwein eine große Rolle spielt. Sehr fruchtbare Böden findet man in den sogenannten Gäulandschaften, in denen nach der Eiszeit Löss angeweht wurde, der heute in z.T. sehr mächtigen Schichten zu finden ist und Grundlage für Sonderkulturen wie Zuckerrübenanbau bildet. Bei den übrigen Gebieten handelt es sich um Buche-Eiche-Mischwaldgebiete. Über Paläobotanik und Mineralogie (homepage von Klaus-Peter Kelber)
Muschelkalk-Trockenstandorte ...und: Weinbau: Muschelkalk-Trockenstandorte
Mainfranken=Weinfranken - das fränkische Weinland
Bäuerliches Franken - wie es früher mal war - Gemälde von Manfred Neuner
Ackerland - Fotokunst von Thomas
Kohnle aus Lohr am Main
Ernte vor dem Unwetter
Mehr zur Geologie von Unterfranken (ext. Verw.), zum GIZ = Gips-Informationszentrum Sulzheim (ext. Verw.)
Die fruchtbaren, warmen Beckenlandschaften waren ausschlaggebend für frühzeitige Besiedlung bereits im Neolithikum, der Neusteinzeit, ab ca. 4000 v. Chr., und daher auch sehr umkämpft. Nach Sieg über Alemannen und Thüringer geriet das Gebiet in den Macht.-und Einflussbereich Karls des Großen. Mit Gründung des Bistums Würzburg 741/742 n.Chr. erhielt Mainfranken ein kulturelles Zentrum. Mit Beginn dem Niedergang des Königtums und durch die Folgen der territorialen Zersplitterung im 13. Jahrhundert konnten die Bischöfe von Würzburg ihre Besitzungen erweitern.
Klimatisch liegt Mainfranken im Übergangsbereich zwischen ozeanisch und kontinental geprägten Räumen. Westwinde bringen Niederschläge, die sich an Odenwald, Spessart und Rhön abregnen. Die Leeseiten der Gebirge zeichnen sich eher durch Trockenheit aus. Bevorzugt erscheinen die großen Tal- und Beckenlandschaften, die jedoch Spätfrostgefahren aufweisen, was sich oft sehr negativ für den Weinbau auswirkt.
Archäölogie Mainfranken (extern)
Mainfranken - Land und Leute
Der Franke an sich - und ...der Wein
Theodor Heuss, unser erster Bundespräsident, Schwabe und Weintrinker,
über die Franken und den Wein. Er soll einmal geäußert haben:
"Sind Schwaben und Niedersachsen Kräfte der Beharrung, so die Franken
die Träger einer beweglichen Unruhe, entzündbar und begeisterungsfreudig,
unternehmungslustig und in zugreifender Art aktiv. Sie sind Realisten ohne Träumerei,
aber sie haben genügend Phantasie, um nicht als schüchtern zu gelten.
...Sie sind die Sanguiniker unter den Deutschen."
In seiner Dissertation über den Wein seiner schwäbischen Heimat schreibt
er: "Wein ist der befeuernde Geist aller Feste und der König aller
Getränke".
Auch folgende Äußerungen über Wein und Weingenuss werden ihm
zugeschrieben:"Wein saufen ist Sünde, Wein trinken ist beten. Lasset
uns beten." - "Offiziell bin ich auf einer Treppe ausgerutscht, inoffiziell
waren es zwei Viertele Lemberger zu viel."
Anmerkung des webmasters dazu: "Si non è vero ...è ben
trovato (Italienisches Sprichwort) ...und sollte das alles nicht wahr sein, so
ist es doch gut erfunden (italien. Sprichwort)
Über die "fränkischen Mädle":
Hochdeutsche Licbesnoth.
O wenn ich doch nur rede könnt
Gut frankisch, wie mei Mädle,
Daß sie besser mich verständ
Des Nachts am Fensterlädle.
Red' ich noch so schöne Sachen,
Fängt sie halt hell an zu lachen,
Sagt: Sei still, i bitt.
Ich versteh di ja nit.
Und wenn ich nur e Wämsle hätt.
Und so e fränkisch Jäckle,
Daß sie mich herzhaft drücken thät
Beim Tanz ans Busefleckle.
Dünk' ich mich gleich recht geputzt,
Schaut sie quer mich an und stutzt.
Sagt: das is mer e Schnitt;
Geh, du gefällst mer nit.
Und wenn ich nur könnt Waffe führ'n,
Als wie e fränkischer Bauer;
Wenn ich einmal was an will rühr'n,
Sieht sie gleich drein so sauer.
Greif' ich nur nach ihrem Rechen,
Schreit sie: Ruh, du wirst dich stechen,
Kennst mein'n Rechen nit.
Sollst mir nit rechen damit.
O du hochdeutsch Vaterland,
Wie bringst du Sorgen mir leider,
Weil ich hab' hochdeutschen Verstand,
Hochdeutsche Sprach' und Kleider.
Hätt' ich Art wie 'n fränkisch Büble,
Ließ mich's Mädle Nachts ins Stüble,
Schrie nit gleich immer nit! nit!
Sobald ich sag', i bitt!
Friedrich Rückert, 1788-1866
Fränkische Frauen und Trachten - Jost Amman, 1539-1591
Fränkische Mentalität in fränkischer Mundartdichtung von Emil Mündlein aus Sommerhausen. - Lesen Sie selbst - auch ´zwischen den Zeilen` ;-)
Fränkische Mundartgedichte und Schöngeistiges
Mein
Franken lob ich mir... Prominente erzählen
Karl Graf zu Castell-Rüdenhausen hat zahlreiche Persönlichkeiten eingeladen, ihre Betrachtungen über Franken niederzuschreiben. Die Fotografien des Herausgebers bieten eine stimmungsvolle Entdeckungstour durch einen der schönsten Landstriche Deutschlands ." Zitat aus homepage: LiCo Verlag Köln
Mainfranken in Kunst und Literatur
"Franken ist wie ein Zauberschrank, immer neue Schubfächer tun sich auf und zeigen bunte, glänzende Kleinodien, und das hat kei Ende. Wer Deutschlands geheimste jungfräulichste Reize genießen will, muß nach Franken reisen." (Karl Immermann in: Fränkische Reise, September 1837)
Franken in allen Jahreszeiten - Die zwölf Monate in Franken (Radierungen der Malerin Renate Jung)
Franken gemalt: diverse Motive in Aquarellen von Gebhard Hepp
Mainfränkische Orte - Aquarelle von Margarete Gilge
Mainfranken-Bilder von Ingrid Ehrhardt-Rosentritt
Bekannte mainfränkische Orte, Plätze, Ausflugsziele - Aquarelle
von Gerhard Weihrauch, auch auf Ansichtskarten,
erhältlich direkt beim Künstler in der Galerie
Lindelbach
Ludwig Bechstein - Der Sagenschatz des Frankenlandes
Das Wirtshaus im Spessart - ...aus einem Reisetagebuch von Kurt Tucholsky
Der Geist von Würzburg - Emanuel Geibel
Kultur Mainfranken - weiterführende Verweise, Adressen, Ateliers, Ausstellungen, Kulturträger und kulturelle Einrichtungen.
Ausblick ins "badische Frankenland" bei pro-region — Landschaft und ihre Geschichte im benachbarten Raum Heilbronn-Franken
zum Schluss noch a
Franka-Liadla
O Franken, mei traulis,
Mei hemattis (=heimatliches) Land,
Sou liabli, wia du bist,
It kens mir bekannt.
Voul Bluma die Daler (=Täler),
Voul Wengert (=Weinberge) die Höa,
Sou dufti die Walder
In Schpessart und Rhöa!
Wua-n-it nou (=wo ist sonst noch) wia Wörzborg
An annera Schtodt,
Dia Mädli sou brav und
Sou roatbacket hot?
Und Börger, Suldot`n,
Schtudant`n und Pfarrn
Senn lauter fidela,
Gemüatlia Harrn.
Und sah-w-i mi (=seh`ich mich) weiter
In Franken nei üm:
Was prachtia Schtäidli
Und Dörfer kringsrüm (= ringsherum)!
Und Schlösser und Borg`n
An Mee (=Main) und der Saal (=Saale).
Mer kann nit genunk sah
Dar Harrlikät (=Herrlichkeit) all!
„Mit Gott und förn König“,
Sou häßt unner Sang;
Des Liad aller Liader,
Des hot guat`n Klang.
O Franken, du traulis,
Mei hematlis Land,
Liab schwöar i und Treu dir
Mit Harz (=Herz) und mit Hand! — Alois Joseph Ruckert, 1846-1916
Mainfranken-Fotos, Bilder aus mainfränkischen Landkreisen und Landschaften...bei:
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